Tag 1 — Aufmaß und Vorbereitung
Vor jeder Montage kommt unser Team mit Laser-Nivelliergerät und Bodensonde zum Grundstück. Wir vermessen die Grenzlinie, prüfen Bodenbeschaffenheit (Sand, Lehm, Marsch, Moor) und identifizieren Hindernisse: Versorgungsleitungen, Wurzelstöcke, Fels.
Im Aufmaß-Protokoll halten wir fest:
- Exakte Länge in laufenden Metern (mit Ecken)
- Hang-Gefälle (Standard: bis 3 % keine Treppung)
- Fundamenttiefe (80 cm Standard, 100 cm bei Marsch/Moor)
- Pfostenabstand (2 m Standard, 1,5 m bei Hanglage)
- Sichtdreieck (an Eckgrundstücken/Kreuzungen)
Tag 2 — Fundament setzen
Wir nutzen Punktfundamente Ø 30 cm × 80 cm Tiefe (bei Marsch/Moor: Ø 35 × 100 cm). Beton C25/30 nach DIN EN 206. Pfosten werden mit Spezial-Setzmörtel zentriert und mit Wasserwaage in Lot gebracht (Toleranz ±3 mm).
Fundament-Tiefen nach Bodenart:
- Sandboden (Brandenburg, Hannover): 80 cm
- Lehmboden (Sachsen, Thüringen): 80 cm
- Marsch/Moor (Bremen, Spreewald): 100 cm + Ø 35 cm
- Tagebau-Folgeflächen (Lausitz): 100 cm + elastische Verbinder
Tag 3 — Pfostenmontage und Aushärtung
Pfosten sind C45/55 vorgespannte Betonelemente mit verzinkten Ankern. Nach dem Setzen 24 Stunden Aushärtung — in dieser Zeit dürfen die Pfosten nicht belastet werden. Bei Frost < 5 °C nutzen wir Schnellbinder-Beton.
Tag 4 — Plattenmontage
Die Betonplatten werden mit zwei Mann eingehoben (Gewicht je nach Modell 35-65 kg). Bei Hanglagen ab 3 % stufen wir die Platten ab — Stufenhöhe 5-15 cm je nach Optik-Wunsch.
Toleranzen:
- Lot-Abweichung: ±3 mm pro Pfosten
- Höhen-Abweichung: ±5 mm pro 10 m
- Plattenstoß: 0-2 mm Fuge
Tag 5 — Tor- und Pforten-Einbau, Abnahme
Tore werden zuletzt eingebaut, da sie das größte Maß-Risiko tragen. Schiebetore: 4-6 m Breite. Doppelflügeltore: 3-5 m. Antriebe (Came/Nice) werden gleichzeitig montiert und programmiert.
Abnahme erfolgt mit dem Bauherren vor Ort. Wir prüfen gemeinsam:
- Lot, Flucht, Fugen
- Tor-Funktion (öffnet/schließt vollständig, Endlagenschalter)
- Antrieb-Programmierung (Funkfernbedienung, Smart-Home)
- Sauberkeit der Baustelle (Erdaushub abtransportiert)
Bauleistung pro Tag
Standard-Tagesleistung mit 3-Mann-Team: 20-30 lfm/Tag. Rekord: 65 m bei einer Großbaustelle in Markkleeberg (Sachsen). Bei Hanglagen oder schwerem Fundament reduziert sich die Leistung auf 15-20 lfm/Tag.
Was wir vom Bauherren brauchen
- LKW-Zugang mind. 3 m Breite zum Grundstück
- Stromanschluss für Werkzeug (Standard-Steckdose)
- Wasseranschluss für Beton-Mischer
- Lagerfläche für Platten (ca. 20 m²)
- Anwesenheit bei Aufmaß und Abnahme
Toleranzen nach DIN 18202 — was zulässig ist und was nicht
Beim Aufstellen einer Beton-Sichtschutzanlage gelten Maßtoleranzen nach DIN 18202 Tabelle 3 (Geschossbau, Außenwände). Konkret bedeutet das:
- Vertikale Lot-Abweichung: max. 8 mm pro Pfosten (3 m Höhe). Wir arbeiten enger: ±3 mm.
- Horizontale Höhenflucht: max. 10 mm pro 10 m Länge nach Norm. Wir liefern: ±5 mm.
- Stoßfugen: 0-3 mm zulässig. Wir arbeiten 0-2 mm.
- Plattendiagonal-Versatz: 0-4 mm bei strukturierten Modellen, <1 mm bei glatten Modellen (Neue Linie).
Bei Abnahme messen Sie mit. Wenn Sie Werte außerhalb unserer engeren Toleranzen finden, dokumentieren Sie das im Abnahme-Protokoll — wir bessern kostenfrei nach.
Sonderfälle: Hanglage, Fels, Versorgungsleitungen
Hanglage über 5 % Gefälle
Bei Hängen ab 5 % wechseln wir auf treppenförmige Plattenanordnung. Jeder Pfosten erhält individuelle Setzhöhe, Platten werden in 5-15 cm Stufen abgetreppt. Mehrkosten: ca. 12-18 %, da pro Pfosten ein zusätzlicher Mannfeld-Tag berechnet werden muss.
Felsiger Untergrund
Bei Felsanstand < 60 cm wechseln wir auf Felsbohrungen mit Diamant-Kernbohrer Ø 50 mm × 40 cm Tiefe + chemische Verankerung mit Hilti HIT-HY 270. Die Statik ist gleichwertig zu einem 80-cm-Erdbett-Fundament. Mehrkosten: ca. 35-45 €/Pfosten.
Versorgungsleitungen im Grenzverlauf
Vor Aushub holen wir Leitungspläne von Stadtwerke / Telekom / Strom-Versorger. Bei kritischen Lagen (z. B. Gasleitung im 50-cm-Abstand) versetzen wir die Pfostenflucht oder schieben das Fundament 30 cm nach innen. Niemals einfach „durchgraben” — Schaden an einer Mittelspannungsleitung kostet schnell 8.000-15.000 €.
Was wir vom Bauherren brauchen
- LKW-Zugang mind. 3 m Breite zum Grundstück
- Stromanschluss für Werkzeug (Standard-Steckdose)
- Wasseranschluss für Beton-Mischer
- Lagerfläche für Platten (ca. 20 m²)
- Anwesenheit bei Aufmaß und Abnahme
- Bei Bedarf: Lageplan mit Versorgungsleitungen (Bauamt-Auskunft)
Garantie nach Abnahme
- 30 Jahre auf Betonelemente (Statik, Frostbeständigkeit nach DIN EN 12390-9)
- 10 Jahre auf Werks-Pulverbeschichtung (DIN 55633)
- 5 Jahre auf Montage-Arbeiten (Lot, Flucht, Fugen)
- 2 Jahre gesetzliche Gewährleistung nach § 634a BGB
Wir dokumentieren jede Montage mit Foto-Protokoll (Fundamentaushub, Pfostensetzung, Plattenmontage, Abnahme). Diese Dokumentation bekommt der Bauherr per E-Mail — und wir behalten sie 30 Jahre. Falls Sie das Haus verkaufen oder im Garantiefall nachweisen müssen, wann und wie der Zaun gesetzt wurde — wir haben die Nachweise.
Häufige Fragen zur Montage
Wie lange dauert die Montage einer 60-m-Anlage?
5 Werktage bei normalen Bedingungen. Tag 1 Aufmaß, Tag 2 Fundamente, Tag 3 Aushärtung + Pfostensetzung, Tag 4 Plattenmontage, Tag 5 Tore + Abnahme. Bei Frost < 5 °C verlängert sich Tag 3 um 1-2 Tage (Schnellbinder-Beton).
Muss ich während der Montage anwesend sein?
Nur bei Aufmaß (Tag 1) und Abnahme (Tag 5). An den Bautagen können Sie zur Arbeit gehen — wir halten täglich Foto-Update per WhatsApp.
Was passiert bei Frost oder Regen?
Bei stabilem Frost < -5 °C ruht die Montage. Bei Regen arbeiten wir weiter — Beton-Aushärtung ist regenneutral. Nur Pulverbeschichtung vor Ort braucht trockene Bedingungen.
Kann ich vorhandene Pfostenfundamente weiterverwenden?
Selten. Pfostenformat, Tiefe und Beton-Klasse sind anbieterspezifisch. In 95 % der Fälle ist Neusetzung statisch sicherer und langfristig günstiger. Eine Inspektion klärt das.
Was ist mit dem Bauschutt vom alten Zaun?
Im Festpreis enthalten. Wir transportieren Aushub und Schutt zur Deponie. Bei größeren Mengen (alter Beton-Sockel > 5 m³) kalkulieren wir vorher transparent.
Kann ich beim Aufmaß spezielle Wünsche einbringen?
Selbstverständlich — Aussparung für Briefkasten, Aufhängung für Kameras, Stromzuleitung im Pfosten für Beleuchtung, RAL-Sonderfarben. Alles wird im Aufmaß-Protokoll festgehalten.
Was kostet eine zusätzliche Pforte oder ein Tor?
Pforte (1 m, manuell): 380-580 € inkl. Montage. Doppelflügeltor 4 m mit Antrieb: 3.800-4.400 €. Schiebetor 5 m: 5.000-6.000 €. Details siehe Artikel zu Tor-Antrieben.